Inklusive Bildung in Deutschland und Portugal: Ein Ländervergleich

Anlässlich des WM-Fußballspiels Deutschland gegen Portugal wirft Inklusionsfakten einen Blick auf die inklusive Bildung der Länder.

Deutschland gegen Portugal:

Lange Tradition der Sonderpädagogik: 1:0 für Deutschland.

Nach der vernichtenden Praxis des Nationalsozialismus wurde in Ost wie in West ein breites Fördersystem für Kinder und Jugendliche mit Behinderung aufgebaut“ (Maria Kron 2009, S.6). In Deutschland wurde schon im 19. Jahrhundert Hilfsschulen eingerichtet. 1889 gab es in Braunschweig die 6. Konferenz für Idiotenheilpflege. In Portugal gab es vor der Revolution 1974 kein großes System von Sondereinrichtungen, „was es leichter machte, sich zu einem inklusiven System hin zu bewegen“ (Maria Kron 2009, S.9).

Fast alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen heute reguläre Kindergärten: 1:0 für Portugal.

90 Prozent der Kinder mit Kinder mit Behinderung/Förderbedarf werden in Regelschulen unterrichtet: 1:0 für Portugal.

Wer hat den 1. Staatenbericht zum Umsetzungsstand der UN-Behindertenrechtskonvention früher vorgelegt? 1:0 für Deutschland (In der Reihenfolge des Eingangs belegte Deutschland Platz 19 und Portugal Platz 33).

In welchem Land kommt es zu Verzögerungen bei der Umsetzung von Artikel 24 (inklusive Bildung)? 0:0

In beiden Ländern kommt es zu Verzögerungen. 2008 wurde in Portugal „ein neues umstrittenes Gesetz erlassen, dass die sonderpädagogische Unterstützung von Kindern mit bestimmten Beeinträchtigungen oder Verzögerungen verschlechtert; auch die geplante Entwicklung von Sonderklassen für Kinder mit spezifischen Behinderungen wie Autismus oder Hör- bzw. Sehbehinderung wird kritisch debattiert. Dies scheint ein Rückschritt auf dem Weg zur Inklusion zu sein“ (Maria Kron 2009, S.10 ).

In Deutschland besucht die Mehrheit der Schüler/innen mit Förderbedarf die Förderschule. Auch vier Jahre nachdem die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft ist, sind einige Bundesländer kaum voran gekommen. Einige haben Schulgesetze nicht geändert und viele noch keine Module für inklusive Pädagogik in den Ausbildungsstätten eingeführt.

Siehe auch: Maria Kron: Gemeinsame Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung – verschiedene Wege in Europa. 2009. Online im Internet. 

 

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