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„Schüler/-innen mit “geistiger Behinderung” lernen im inklusiven Unterricht nicht das, was sie auf Förderschulen lernen“

In diesem Argument kommt die Sorge zum Ausdruck, dass Kinder/Jugendliche mit dem Förderbedarf “geistige Entwicklung”im Gemeinsamen Unterricht nicht so gut gefördert werden wie in der Förderschule. Gemeint sind damit oft Lernziele wie Toilettentraining, ein Gericht kochen, der Umgang mit Geld, Wäsche waschen, andere hauswirtschaftliche Fähigkeiten usw., also Fähigkeiten, die Kinder/Jugendliche ohne Förderbedarf nebenbei lernen und vielleicht auch schon lange können.

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Inklusion bei den Goldbären

Bild von einem grünen Gummibärchen in der Mitte und vielen roten herum

Jasmin Lehmann / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by)

Ein Artikel von Lisa Reimann aus der Berliner Behindertenzeitung

(Ausgabe Dezember 2010/Januar 2011, 21. Jahrgang 2010)

Inklusion ist wie eine bunte eingeschweißte Tüte Haribo Goldbären. In ihr enthalten sind pro Packung 1/3 rote und jeweils 1/6 grüne, gelbe, orangefarbene und weiße Goldbären. Gold sind sie also keinesfalls alle, allerdings haben sie durch das gemeinsame Leben in der Haribotüte goldene Chancen auf eine goldene Zukunft. Warum? Das ist so: Inklusion bedeutet „Enthalten sein“ oder „Einschluss“. Das heißt, dass die Produzenten der Goldbären von Anfang an rote, grüne, gelbe, orangefarbene und weiße Goldbären herstellten und sie in einer Tüte einschließen. Read On…

“Nicht alle Schulen sollen behinderte Kinder aufnehmen”

“Es war einmal eine Zeit,
da kostete ein Stern auf der Brust das Leben.
Es war einmal ein Land,
da durften Weiß und Schwarz nicht heiraten.
Es war einmal eine Stadt,
da lief eine Mauer mitten durch.
Es war einmal eine Universität,
an der Frauen nicht studieren durften.
Es war einmal eine Schule,
die keine behinderten Kinder aufnahm.
Können Sie sich das heute noch vorstellen?“

(aus: „betrifft: integration“ Wien, in: Heimlich, Ulrich: Integrative Didaktik. Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer, 2003, S.195.) Read On…

“Also die ganz ‘schwerstmehrfach-behinderten Kinder’ können nicht in den Gemeinsamen Unterricht. Das geht ja gar nicht”

Für Jelte und Steffi und ihre Klassenkammeraden war es eine schöne Schulzeit, sie haben alle viel gelernt. Jelte kann blind Rollstuhlfahren und selber trinken. Im Unterricht war Steffi fast immer dabei, auf Augenhöhe, auf einer Liege, hat sich über die Mitschülerinnen/Mitschüler gefreut. Inklusionsforscherin Jutta Schöler hat mehrfach wissenschaftlich belegt, dass gerade Kinder, die eine “schwere mehrfache Behinderung” haben vom Gemeinsamen Unterricht profitieren, ebenso ihre Mitschülerinnen/Mitschüler: Read On…

Zielpunkt Inklusion

Exklusion: Ausschluss. Aufgrund eines Merkmals sind bestimmte Menschen von Teilhabemöglichkeiten ausgeschlossen. Das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe fehlt.

Exklusion ©Inklusionsfakten

Segregation: Absonderung, Trennung (z.B. Absonderung von der Gesellschaft in “besonderen” Institutionen). In den Angeboten ist für bestimmte Menschen (bspw. Menschen mit Behinderung) kein Platz. Für sie gibt es jenseits der “Mehrheitsgesellschaft” separierende Angebote, die sich die Menschen nicht selber ausgesucht haben.

Segregation ©Inklusionsfakten

Integration: Eingliedern, dazuholen, ergänzen, einbeziehen, die „Wiederherstellung eines Ganzen“. Die Angebote sind jetzt offen, jedoch wird die zu integrierende Gruppe stets als “anders” wahrgenommen (Zwei-Gruppen-Denken: bspw. Menschen mit und Menschen ohne Behinderung).

Integration ©Inklusionsfakten

Inklusion: Einschluss, Enthaltensein, alle gemeinsam. Der Mensch muss sich nicht der Institution anpassen, sondern die Strukturen passen sich dem Einzelnen an. Der Sonderstatus und die konstruierte “Andersartigkeit” fallen weg. Alle haben das Recht von Anfang an gleichberechtigt und chancengleich an den Angeboten teilzuhaben. Differenzen werden als Bereicherung wahrgenommen.

Inklusion ©Inklusionsfakten.de

“Also die ganz verhaltensauffälligen Schüler, die können nicht in den Gemeinsamen Unterricht. Das geht ja gar nicht”

Es ist richtig, dass der Unterricht mit Schülerinnen und Schülern, die Schwierigkeiten mit der Welt haben und die Welt mit ihnen, auch Probleme machen. Sie deshalb aber von Schülerinnen/Schülern mit „sozial adäquaten“ Verhalten zu trennen und in eine Klasse mit Schülerinnen/Schüler zu stecken, die ebenfalls Verhaltensproblematiken haben, ist in keinster Weise förderlich. Read On…